Ohne Moos nichts los? Wir zeigen wie’s geht! Existenzgründung ohne Eigenkapital im Einzelhandel

 

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Endlich einen eigenen Laden eröffnen. Das ist der Traum von vielen Einzelhändlern und solchen, die es einmal werden wollen. Schließlich locken Unabhängigkeit, kreative Freiräume und Selbstverwirklichung. Auch wenn die Zahl an Neugründungen in 2018 etwas rückläufig war, ist die Selbstständigkeit auch im Einzelhandel noch für viele attraktiv.

Am Anfang stehen natürlich die Geschäftsidee und das Erstellen eines Businessplans und schließlich die Existenzgründung im Einzelhandel. Dazu finden Sie mehr Informationen auf unserem INVENTORUM Blog. In diesem Artikel möchten wir den finanziellen Aspekt genauer beleuchten und speziell darauf eingehen, wie eine Existenzgründung auch ohne Eigenkapital möglich ist.

Diese Kosten kommen auf Sie zu

Die Eröffnung eines eigenen Ladens und die Existenzgründung sind mit großen Kosten verbunden. Zunächst müssen Sie die passenden Räumlichkeiten finden, in denen Ihr Geschäft ansässig sein soll und in dem Sie Ihre künftigen Kunden begrüßen. Auch wenn die Ladenmieten heutzutage meist sehr hoch sind, ist es gerade für den Anfang sinnvoller zu mieten statt zu kaufen. Trotzdem kommen für Renovierung und Einrichtung weitere Kosten auf Sie zu. Um Ihre Ware optimal zu präsentieren, benötigen Sie die richtigen Möbel und weitere Einrichtungselemente wie Beleuchtung und Verkaufstresen. Um überhaupt verkaufen zu können, brauchen Sie natürlich auch ein Kassensystem mit passender Hardware. Hier empfiehlt sich auf moderne Systeme wie z.B. iPad-Kassensysteme zurückzugreifen. Und nicht zu vergessen der wohl größte finanzielle Faktor: die Ware.

Laut einer Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau finanzieren nur 10 % aller Gründer ihre Gründung komplett aus eigenen Mitteln. Die Hälfte aller Existenzgründungen entstehen dann mithilfe von Krediten. Welche Möglichkeiten zur Förderung und Beschaffung von Kapital es gibt, erfahren Sie im Folgenden.

ERP Gründerkredit der KfW Bank

Die wohl am weitesten verbreitete Möglichkeit an externes Kapital ohne eigene finanzielle Mittel zu gelangen, ist ein Darlehen bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Der sogenannte ERP Gründerkredit kann bei einem Kapitalbedarf von höchstens 100.000 € beantragt werden und beinhaltet vergleichsweise günstige Konditionen. Auch für freiberufliche Tätigkeiten kann der Kredit beantragt werden. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, Eigenkapital vorzuweisen, wenn Sie als Existenzgründer den Kredit beantragen. Ist dennoch geringes Eigenkapital vorhanden, wirkt sich das natürlich vorteilhaft auf die Darlehenskonditionen aus.

Business Plan mit Kompass und vielen Symbolen und Diagrammen

Um das Startgeld erfolgreich in Anspruch nehmen zu können, ist die fachliche Eignung des Gründers eine wichtige Voraussetzung. Außerdem benötigen Sie einen Businessplan der zeigt, dass Ihre Geschäftsidee Potenzial für eine langfristige und profitable Selbstständigkeit bietet. Bevor Sie den Kredit beantragen, können Sie sich bei einer fachkundigen Stelle wie die Handwerkskammer zusätzlich beraten lassen.

Auch für die Finanzierung einer nebenberuflichen Selbstständigkeit können Sie das Startgeld beantragen. Die Laufzeit des ERP Gründerkredit der KfW beträgt entweder fünf oder zehn Jahre, mit einem bzw. zwei tilgungsfreien Jahren und festgeschriebenem Zinssatz.


Existenzgründerzuschuss der Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit unterstützt mit dem Gründungszuschuss Arbeitslose auf den Weg in die Selbstständigkeit als hauptberufliche Tätigkeit. Über den Existenzgründungszuschuss als finanzielle Hilfe konnten Arbeitslose als Einzelunternehmer eine sogenannte „Ich-AG“ gründen. Seit 2006 vergibt die Bundesagentur für Arbeit den Gründungszuschuss als Fördermittel für zukünftige Unternehmer. Jedoch können Sie keinesfalls erwarten, dass die Agentur Ihnen Ladenregale und Co. finanziert. Hierbei handelt es sich vielmehr um die Deckung von einem Teil Ihrer Lebenshaltungskosten. Denn der Gründungszuschuss beläuft sich auf nur 300 € im Monat, was für den Anfang dennoch eine Entlastung darstellt und mit dem Zuschuss kann fehlendes Eigenkapital zum Teil kompensiert werden.

Zur Beantragung der Förderung benötigen Sie dann einen vollständigen Businessplan. Außerdem sollten Sie Ihre persönliche Eignung sowie die Tragfähigkeit Ihrer Geschäftsidee überzeugend darstellen. Hierfür reichen Sie eine Bescheinigung einer fachkundigen Stelle über die Tragfähigkeit des Vorhabens ein.

Ob der Antrag für den Gründungszuschuss angenommen oder abgelehnt wird, liegt letztlich im Ermessen der Agentur für Arbeit. Da es keinen rechtlichen Anspruch für den Gründungszuschuss gibt, sollten Sie sich frühzeitig beraten lassen. Die Zahl der mit dem Zuschuss geförderten Personen lag im Jahr 2017 laut der Förderstatistik der BfA bei 27.073 Personen.

Etwa ein Drittel aller Existenzgründer nehmen diese Möglichkeit zur Förderung in Anspruch.

Den Antrag zum Gründungszuschuss und weitere Informationen für den Weg in die Selbstständigkeit finden Sie bei der Agentur für Arbeit.


Investoren finden oder auf Franchise setzen

Das KfW-StartGeld oder der Gründungszuschuss werden gerne als Hilfe zur erfolgreichen Finanzierung des Unternehmens in Anspruch genommen. Eine weitere Möglichkeit an Startkapital für Ihr Unternehmen stellen aber auch Investoren dar. Voraussetzung ist wieder einmal ein Businessplan und in diesem Fall besonders wichtig, eine Gewinn versprechende Geschäftsidee. Wie Sie Investoren aus welcher Branche finden gestaltet sich ganz individuell. Genauso wie deren letztendliche Gewinnbeteiligung.

Weiter verbreitet, auch im Einzelhandel, sind Franchise-Systeme. Dabei werden Sie Teil einer Franchise-Partnerschaft und profitieren als Existenzgründer von einem bestehenden und erfolgversprechenden Geschäftsmodell. Zu beachten sind hierbei die anfallenden Franchisegebühren und der Fakt, dass Sie nicht ganz so frei wie mit einer individuellen Existenzgründung wären. Die Vorteile beim Franchise System sind die Sicherheit einer bereits erprobten Geschäftsidee und die überschaubaren Kosten, was den Antrag für einen Kredit als selbstständiger Unternehmer ohne Eigenkapital erleichtern kann.


Crowdfunding für die Gründung

Crowdfunding bzw. Schwarmfinanzierung zählt zu der neuesten Möglichkeit für Gründer ohne Eigenkapital. Geldgeber ist in diesem Fall die ‘Crowd’, eine virtuelle Gemeinschaft bestehend aus real existierenden Personen, die Ihr Geschäftsmodell unterstützen und im Gegenzug ein Dankeschön in Form von Rabatten o.Ä. bekommen.

Anstelle eines Antrags für ein Darlehen, eröffnen Sie auf  einschlägigen Crowdfunding-Portalen eine Kampagne und legen das Finanzierungsziel fest.

Das Crowdfunding Modell bietet sich vor allem für Selbstständige ohne Eigenkapital an. Benötigen Sie größere Summen zur Finanzierung Ihrer Selbstständigkeit, dann könnte das Crowdinvesting für Sie in Frage kommen. In der Regel sind hier die Investitionssummen höher. Das kann aber auch bedeuten, dass Sie durch die höhere finanzielle Beteiligung auch mit einer größeren Erwartungshaltung rechnen müssen. Wie Sie die Crowd zum Zahlen aktivieren, liegt dann in Ihren Händen. Hier ist besonders viel Durchsetzungsvermögen und Kreativität gefragt.


Bürgschaftsbanken unterstützen Existenzgründer

Diese Formen von Förderbanken sind staatlich unterstützt und privatwirtschaftlich organisiert. Existenzgründer bekommen dabei Unterstützung von Banken in Form von einem Kredit speziell für Ihr Bundesland. Diese übernehmen dann die Bürgschaft für das neu gegründete Unternehmen und bieten die gleichen Sicherheiten wie andere Kreditinstitute. Meistens übernehmen Bürgschaftsbanken die Risiken bei Kreditgeschäften. Können Sie als Kreditnehmer also einmal nicht zahlen, überträgt sich das Schuldnerverhältnis auf die Bank.

Diese Form des Kredits, als Startkapital für selbstständige Unternehmer die ohne eigene finanzielle Mittel ein Geschäft gründen wollen, stellt eine interessante Alternative zu anderen Fördermitteln dar. Es werden beispielsweise großzügige Sonderkonditionen wie tilgungsfreie Jahre und ein niedriger Zins vergeben.


Selbstständigkeit ohne Eigenkapital:

Viele Wege führen zum Ziel

Wie man sieht ist es durchaus möglich, auch ohne Eigenkapital ein eigenes Unternehmen zu gründen. Dafür gibt es verschiedene Mittel und Wege, wobei es auf Ihre Geschäftsidee ankommt, welche Chancen Sie auf eine Förderung haben, um beispielsweise einen Zuschuss für die Existenzgründung zu erhalten. In jedem Fall hilft es, den fertigen Businessplan nochmals von einem Experten gegenlesen zu lassen. Dadurch gelingt Ihnen ein erfolgreicher Start und Sie haben einen detaillierten Überblick über die Geschäftsidee.

Nehmen Sie sich vor allem ausreichend Zeit um die verschiedenen Alternativen zur Finanzierung gut zu durchdenken.

Mit etwas Durchhaltevermögen und einer guten Idee, gelangen Sie sicher auch ohne Eigenkapital in die Selbstständigkeit.


INVENTORUM wünscht Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Start in die Selbstständigkeit!


Hinweis: Alle Hinweise in diesem Artikel sind aus frei zugänglichen Quellen zusammengetragen. Inventorum ist keine Rechtsberatung und bietet mit diesem Text auch keine Rechtsberatung zur Geschäftsgründung. Es besteht kein Anspruch auf rechtliche Korrektheit.

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