Technologieunternehmen für den Handel

 

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Am 24. April erschien im t3n-Onlinemagazin ein interessanter Kommentar von dem Handelsexperten Jochen G. Fuchs unter dem Titel: E-Commerce-Fuchs: Die letzte Rettung für den Handel. Eröffnet wurde der Artikel mit der Tatsache des immer relevanter werdenen Online-Handels. Und ob durch diesen die Befürchtung vom Ende des stationären Handels zur Realität werden könne.

Erfolgreiche Händler müssen „Nerds“ werden

Fuchs schreibt, dass der Händler verloren ist, der an seinem „Ich-bin-ein-Händler-und-kein-Entwickler-Archetyp“ festhält. Dass stationärer Handel aber bestehen kann, wenn die Menschen dahinter ihre reine Händlerrolle erweitern und zu „Technologie-Unternehmern“ werden. Dies unterstützt Fuchs mit dem Beispiel eines Händler-Leidensweges, dessen Erfolg scheiterte, weil er blind auf IT-Dienstleistungen vertraute, mit denen er sich selbst nicht auskannte.

Es ist richtig: Gar keine Ahnung haben ist tatsächlich die Achillesverse jedes Einzelhändlers, der vorhat, moderne Kaufprozesse anzubieten.

Wer onlineaffin ist, hat mehr Chancen

Sicher ist auch, dass Händler, die etwas von der digitalen Welt verstehen, in der heutigen Zeit mehr Chancen haben. Ein Blick auf die Händlerrealität zeigt eine Welt, wie sie heterogener nicht sein kann. Da gibt es neben Tante Emma den jungen Sneaker-Verkäufer, der mit einer modernen Homepage und einem Onlineshop um die Ecke kommt oder den gestandenen Herrenausstatter, dessen Sohn bei der Verknüpfung von online und offline hilft.

Sterben diese heterogenen Innenstädte an einem IT-Problem?

Nach dem Lesen des Kommentars regt sich jedoch ganz klar das „Aber“. Denn nur weil ein Einzelhändler nicht den Schritt Richtung Online-Verkauf wagt, muss er nicht scheitern.ist er zum Scheitern verurteilt. Und nicht jeder IT-Dienstleister, der Know-How abnimmt, ist schlecht. Wir können an dieser Stelle nur für uns selbst sprechen.

Handel im Wandel und der Trend zur Rückbesinnung

Nicht vergessen werden darf bei der ganzen Technik-Diskussion der Trend zurück zum Einkaufsbummel. Denn den gibt es auch noch.

Besonders unter den jüngeren Käufern (18-29 Jahre) gibt es zwar einen deutlichen Hang zum Onlineshopping – aber auch hier sind es immer noch mehr als die Hälfte (56,9 Prozent), die den klassischen Einzelhandel vorziehen. Mit steigendem Alter steigt auch die Prozentzahl (Quelle: Statista 2015).

Es gibt also in jeder Altersgruppe mehr als 50 Prozent Käufer, die den stationären Einzelhandel zu schätzen wissen, die gerne offline bummeln. Aktuelle Umfragen zeigen, dass auch bei Multichannel-Händlern das stationäre Geschäft nach wie vor die Haupteinnahmequelle ist.

Wie wird man zum Nerd? Ruhe bewahren.

Totgesagte leben ja oft auch noch eine ganze Weile. Die Beratung vor Ort, das „Hallo“ an der Ladentheke, der Wollladen um die Ecke – das alles wird nicht einfach irrelevant werden oder verschwinden, weil Amazon am Markt ist. Genau wie es, entgegen aller Prophezeiungen, auch noch Menschen gibt, die Bücher lesen. Aber Herr Fuchs sagt nicht, dass der Einzelhandel verloren ist. Er sagt:

„Egal, ob ihr ein kleiner Einzelhändler mit einem Laden, ein kleiner Onlinehändler oder ein etabliertes Handelsunternehmen seid. Euer erstes Ziel muss es sein, zu einem Technologieunternehmen zu werden. Die Technologie muss sich als DNA durch das ganze Unternehmen ziehen. Digitale Transformation heißt nicht einen Onlineshop einführen und ein paar Tablets und einen Abholschalter einzurichten, sondern eine radikale und laufende Neugestaltung eines Unternehmens.“

Wir schließen uns der Meinung an, mit einer Einschränkung: die Streichung des Wortes „radikal“. Der Handel verändert sich – wie im Kommentar gleich anfangs erwähnt – und das tat er auch schon immer. Aber nicht so radikal schnell, dass alle in panische Schnappatmung verfallen müssen.

Es bedeutet nicht, dass jedes stationäre Geschäft sofort und in seinen Grundfesten umgestülpt werden und jeder Einzelhändler eine Informatik-Weiterbildung machen muss. Solche Anforderungen erschrecken stationäre Einzelhändler unnötig, wie in der Nähe von Freiburg: Mehrere Einzelhändler klebten Ihre Schaufenster zu, als Protest gegen dass sogenannte Showrooming. Im Internet als totale Gefahr für Einzelhändler hochgepeitscht, in der Realität so nicht ganz richtig.

Denn es gibt viel mehr Kunden, die das Gegenteil machen: Webrooming – sich also im Internet informieren und dann im Laden kaufen. Das besagt die Studie „Zukunft und Potenziale von Location-based Services für den stationären Handel“. Demnach steht die Online-Recherche mit anschließendem Kauf im stationären Handel auf Platz 1 des Kundenkaufverhaltens in Deutschland (39 Prozent).

Den Wandel mitmachen

Der Blick zum Horizont sollte in Richtung Digitalisierung zeigen, denn diese wird letztendlich für mehr Kunden und mehr Umsatz sorgen und die Geschäftexistenz sichern. Einzelhändler sollten die Fühler ausstrecken, sich weiterentwickeln und wenn es das eigene technische Vermögen überschreitet, die Hilfe von Dienstleistern in Anspruch nehmen. Es gibt nämlich solche mit dem Ziel, den Einzelhandel zu unterstützen, ohne riesige Ausgaben zu produzieren. Wir sind einer davon.

Wir verstehen uns als Partner des Einzelhandels, der sich auf die Fahne geschrieben hat, derjenige Dienstleister zu sein, der die Brücke schlägt. Damit Einzelhändler in der Lage sind, mitzuhalten und ihr Schaufenster im Internet zu eröffnen.

Das wollen wir erreichen, indem wir ein intuitives Kassensystem anbieten, dass moderne Kaufprozesse möglich macht. Indem wir Kundenberater zur Verfügung stellen, die jederzeit zur Seite stehen und helfen, wo sie können. Die ihr Wissen weitergeben, IT-fit machen. Und über Stadtpaten, die unsere Mission teilen und anderen Einzelhändlern helfen.

Ihre Meinung interessiert uns!

Wie stehen Sie als Einzelhändler oder Kunde der Digitalisierung des Handels und den modernen Kaufprozessen gegenüber? Chance oder Fluch? Wir freuen uns über Ihre Gedanken dazu!

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